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Futtermilben: lästige Plagegeister und verantwortlich für Allergien und Juckreiz
Kerstin Schleicher

Futtermilben beim Hund – Ursache für Juckreiz, Allergien & Hautprobleme

Viele Hundebesitzer kennen es: Der eigene Vierbeiner kratzt, beißt und leckt sich. Manchmal mehr, manchmal weniger. Rötungen auf der Haut, kleine Krusten oder Fellbüschel in der Wohnung – die Sorge wächst. Doch eines ist klar: Juckreiz beim Hund ist immer ein Symptom und niemals normales Verhalten.

Die Ursachen für Juckreiz können vielfältig sein:

  • Parasiten wie Flöhe, Milben oder Zecken
  • Allergien gegen Futterbestandteile, Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Kontaktstoffe (z. B. Waschmittel, Putzmittel, Flohhalsbänder)
  • Futterunverträglichkeiten
  • Hormonelle Dysbalancen
  • Stress
  • Umweltallergien
  • … und vieles mehr

Nicht jede Reaktion auf Futter ist eine Allergie – viele Hunde reagieren schlicht auf bestimmte Eiweiße oder Zusätze.

Apoquel – schnelle Juckreizlinderung, aber ohne Ursachenbehebung

Wenn der Tierarzt keine eindeutige Diagnose stellen kann, wird häufig Apoquel (Oclacitinib) verschrieben, um Juckreiz zu reduzieren. Das Mittel wirkt schnell – aber nur symptomatisch.

  • Wirkungsweise: Blockiert Enzyme, die Juckreiz und Entzündungen auslösen.
  • Schnelle Wirkung: Oft innerhalb von 24 Stunden.
  • Limitation: Apoquel lindert den Juckreiz, behandelt aber nicht die Ursache wie Futtermilben, Allergien oder Infektionen.
  • Anwendung: Tabletten, meist 1–2× täglich.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Infektionsanfälligkeit, Belastung von Leber und Nieren bei Langzeitgabe.

Was, wenn der Auslöser im Futter steckt?

Viele Hunde erhalten Trockenfutter – praktisch, geruchsarm und lange haltbar. Doch Trockenfutter birgt ein großes Risiko: Futtermilben.

Futtermilben sind winzige Plagegeister (0,2–0,5 mm), die häufig unbemerkt in Trockenfutter vorkommen.

Wie gelangen Futtermilben ins Futter?

  • über Rohstoffe wie Getreide oder Fleischmehl
  • durch feuchte oder warme Lagerung
  • durch bereits befallene Packungen im Handel

Wie lösen Futtermilben Juckreiz aus?

  • Kontakt oder Einatmen: Milbenkörper, Kotpartikel und Reste reizen die Haut und Schleimhäute.
  • Allergische Reaktionen: Das Immunsystem reagiert übermäßig.
  • Histaminfreisetzung: führt zu Juckreiz, Rötungen und Entzündungen.
  • Kratzen → Wunden → Infektionen: Ein Teufelskreis, der sich selbst verstärkt.

Futtermilben bleiben oft unentdeckt – sogar Tierärzte denken nicht immer daran.

Was hilft gegen Futtermilben und den ausgelösten Juckreiz?

  • Steige auf hochwertiges Nassfutter um.
  • Wenn Trockenfutter weiter genutzt wird:
  • kühl, trocken und luftdicht lagern
  • NICHT in der Originalverpackung lassen → in ein sauberes, glattes Gefäß umfüllen
  • möglicherweise befallenes Futter sofort entsorgen
  • Futterbehälter regelmäßig heiß reinigen
  • kleinere Packungsgrößen kaufen
  • Trockenfutter 24 Stunden einfrieren, um Milben abzutöten

Ganzheitliche Therapie braucht Geduld

Wer Juckreiz wirklich an der Wurzel bekämpfen will, braucht Zeit. Das Immunsystem arbeitet nicht linear – Rückschläge gehören dazu. Eine enge Begleitung durch erfahrene Tierärzte und Therapeuten ist entscheidend, um Zusammenhänge zu erkennen.

Apoquel hilft kurzzeitig – aber langfristig führt der bessere Weg über Darm, Haut, Entgiftung, Ernährung und ein starkes Immunsystem.

Fazit: Ursachen finden statt Symptome unterdrücken

In meiner Praxis ist jeder Hund willkommen – auch wenn er sich ab und zu kratzt
Durch die ausführliche Anamnese kommen wir möglichen Ursachen auf den Grund.

Wichtig: Flöhe oder andere ansteckende Krankheiten müssen beim Besuch der Praxis jedoch
ausgeschlossen sein, aus Rücksicht auf die anderen Patienten.

Vereinbare jetzt einen Termin – für ein stabiles Immunsystem, weniger Juckreiz und ein rundum wohles Körpergefühl deines Hundes.

Herzlichst,
Kerstin – Hundum-agil Physiotherapie & Osteopathie in Seßlach

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